Herrschaftliche Königsklasse

Auf Schloss Herrenchiemsee werden alljährlich in den nicht vollendeten Räumen des Nordflügels besondere Kunstschätze, Klassiker der Moderne, ausgestellt. Die Königsklasse.

Die Sonne ließ bereits früh morgens vermuten, welch großartiger Tag es werden sollte. Die Pinakothek der Moderne organisierte eine Blogger- und Journalistenreise auf die Herreninsel Chiemsee um dort einen exklusiven Blick auf die Werke von Georg Baselitz, Andy Warhol, Gerhard Richter, Dan Flavin, John Chamberlain und auch Wolfgang Laib zu gewähren.

Eine konzentrierte Erfahrung des Zweiklangs von Historie und Natur soll den Besucher der Ausstellung, die von den Pinakotheken (in Kooperation mit der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen) KönigsklasseIII benannt wurde, in den Bann ziehen.

Aus alle den Werken ragt der Raum Gerhard Richter: Brigid Polk besonders heraus. Dort sind drei von fünf Bildnissen Brigid Polks, gefertigt von einem der größten deutschen Künstler, Gerhard Richter, erstmals zusammen ausgestellt. Polk, ein Enfant terrible und Muse in der Szene um Andy Warhol, hatte sich selbst per Polaroidkamera samt Werken von Richter auf mehreren Bildern verewigt. Der Künstler, fast angespornt, schuf daraufhin fünf Malereien auf Basis der Polaroids. Eindrucksvoll und ehrfürchtig lassen die Werke das Zusammenspiel dieser außergewöhnlichen Konstellation erscheinen.

Eine Begegnung anderer Art mit Wolfgang Laib vollendete das Gesamtbildnis der Königsklasse III. Laib lässt Farben leuchten. Rechtecke oder Quadrate bilden den Rahmen einer kunstvollen, anmutigen Installation von Kiefern-Pollenstaub. Durch vorsichtiges Klopfen mit einem Schlegel an ein kleines Sieb lässt Wolfgang Laib den Staub auf den Boden gleiten und formt so ein Farbenspiel mit den kräftigen, gelben Pollen. Der Vollendung eines seiner Werke beizuwohnen ließ die Gruppe förmlich den Atem anhalten.

Die Räumlichkeiten, der Rohbau des Nordflügels von Schloss Herrenchiemsee bilden den perfekten Rahmen für die Klassiker der Moderne. Die verschiedenen Farben und Formen entfalten sich ungewollt oder gewollt, fangen die Kühle auf und wandeln diese in Augenblicke voller wärmender Erinnerungen und Eindrücke um.

Klassiker sind Werke, »die jedes Mal um so neuer, unerwarteter, bahnbrechender wirken, wenn man sie wiederliest«. (Italo Calvino, Motto für die seit 2013 verwirklichten Sommerausstellungen).

Neben der KönigsklasseIII wird der Besucher via Königskunde in den Monaten Juli und August vor Ort mit Informationen und tiefergehenen Gesprächen in den Räumen des Schlosses von jungen Kunstvermittler/innen versorgt. Ein Chance auf spannende Dialoge.

Weitere Informationen zur Ausstellung gibt es hier. KönigsklasseIII der Pinakothek der Moderne.

 

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